Pressemitteilung 22.07.2004
Drei Tage lang stand das Thema Abfallentsorgung im Kreis Gießen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, die die BUNDjugend Gießen im Jugendzentrum Jokus durchführte.
Während der erste Tag durch Referate mit Experten des BUND über die Entstehung von Abfall und dessen Beseitigung, sowie durch ein Gespräch mit dem Fachkoordinator des Dezernates II der Kreisverwaltung, Herrn Oswald, über die neue Gebührenordnung des Kreises Gießen bestimmt war, wurden am zweiten Tag Einrichtungen des Recyclings und der Abfallentsorgung besichtigt.
Herr
Beyer von ZAUG-Recycling in Großen-Buseck erklärte den
Seminarteilnehmer/innen die Erfassung und Behandlung der
weißen Ware. Viele Geräte wie Waschmaschinen oder Herde lassen
sich reparieren und können somit einer zweiten Nutzung
zugeführt werden. Damit werden Ressourcen gespart und das
Downcycling durch die Zerlegung der Geräte vermieden.
Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer über die Entsorgung
der Kühlschränke, mit der das Entweichen schädlicher
Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) in die Atmosphäre verhindert
wird. Weitere Station war die Deponie Reiskirchen, die zwar
geschlossen ist, auf der aber weiterhin für die Sicherung der
Umwelt gegenüber den Emissionen der Deponie gearbeitet wird.
Hier informierten sich die Teilnehmer/innen bei Frau Kühn und
Herrn Formela von der Abteilung Abfallwirtschaft des Kreises
Gießen über die Behandlung der umweltschädlichen Sickerwässer
und die Kontrolle des Grundwassers. Mit moderner Technik und
vor allen Dingen mit tausend kleinen Helfern, den Bakterien,
wird hier dunkler, stinkender Schlamm in klares Wasser
umgewandelt, das dann in der Kläranlage Giessen von
Schwermetallen gereinigt wird.
Letzte
Station war die Kompostierungsanlage in Geilshausen. Hier
stellte der Leiter Herr Keck das Prinzip der geführten Rotte
in großen Tunneln vor. Ähnlich wie bei der
Sickerwasserbehandlung sind es auch hier primär die Bakterien,
die die Hauptarbeit leisten. Durch die geregelte Zufuhr von
Luft, Wasser und die Einstellung der richtigen Temperatur
werden optimale Bedingungen für eine schnelle Rotte
erreicht.
„Kompost ist wertvoll für die Verbesserung der
Bodenfruchtbarkeit. Im Prinzip der beste Weg, den Biomüll zu
verwerten“ erwähnt deshalb auch Sophie Kürth-Landwehr, eine
Teilnehmerin.
Auf der anderen Seite blieben bei den Teilnehmer/innen durch die kritische Auseinandersetzung mit dem Themen noch Fragen offen zu der Emission von Müllverbrennungsanlagen und zu der Sauberkeit des Trockenstabilats, zu dem der Kreis seinen Restmüll in Aßlar verarbeiten lässt.
Die Bilanz der drei Tage fällt fast durchweg positiv aus: „Die Vorträge und Exkursionen haben bewiesen, dass neben der Müllvermeidung auch die Trennung ein ernst zu nehmender Faktor ist. Die Neuordnung der Entsorgungsgebühren im Kreis Gießen ist hier ein sinnvoller Schritt in die richtige Richtung. Jedoch bleiben Fragen offen, was die Entsorgung des Restmülls angeht. Diese wollen wir weiter diskutieren und der Öffentlichkeit darlegen.“ zieht André Uhl Bilanz.
In Anbetracht dessen kamen die Teilnehmer/innen zu dem Entschluss, in den kommenden Wochen eine künstlerische Fotoausstellung zu erarbeiten, die an das dreitätige Projekt anknüpfen und den Blick der Bürger mittels Informationen über das Thema – die Folgen der Mülldeponierung und -verbrennung sowie die Bedeutung der Abfalltrennung – weiten soll.
Am Seminar nahmen die Mitglieder des BUNDjugend-Teams aus Lich Elena Fritsch, Sophie Kürth-Landwehr, Lulu Lintz, Jasmin Steppke und André Uhl teil.
BUNDjugend Giessen André Uhl Guckertsweg 18 35423 Lich