Pressemitteilung 05.07.2006

Abenteuer Faltertag – Schmetterlings-Spaziergang ins Klingelbachtal

Für den 1. und 2. Juli hatte der BUND zum zweiten Mal in diesem Jahr zum „Abenteuer Faltertag“ aufgerufen. Der Kreisverband Gießen beteiligte sich mit einem Schmetterlingsspaziergang an der Aktion. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zwar nur wenige Interessierte zu dem Spaziergang im Klingelbachtal ein. Sie konnten jedoch dafür um so mehr unterschiedliche Schmetterlinge unter der fachkundigen Leitung von Dieter Spengler bewundern. Insgesamt 17 Arten wurden auf den Wiesen und am Waldrand auf der Höhe des Philosophikum II angetroffen. Neben vier Kohlweißlingarten waren verschiedene Arten von Bläulingen, Dickkopffalter und Edelfaltern vertreten. So konnte neben dem Kleine Fuchs und dem C-Falter auch ein großer Schillerfalter und der Kaisermantel auf dem Weg in den Schiffenberger Wald gesichtet werden. Dieter Spengler, führte in die Welt der Schmetterlinge ein und konnte viel Wissenswertes über Lebensweise, Nahrungssuche, Balz und Schutz der Schmetterlinge berichten. Beim Kleinen Fuchs konnte die Eiablage an Brennnesseln beobachtet werden. Bis zu 2.000 Eier muss das Weibchen ablegen, damit etwa 10 Falter tatsächlich schlüpfen, denn viele Raupen fallen Meisen und anderen Vögeln als eiweißreiches Futter für ihre Jungen zum Opfer. Männchen und Weibchen einer Art finden sich an den Futterpflanzen der Raupen oder halten – wie der Schwalbenschwanz - regelrechte Balzflüge an markanten Landschaftspunkten oder hohen Bäumen ab, das so genannte Hilltopping oder Treetopping.  

Schmetterlinge – Sinnbild des Sommers - bezaubern durch ihre Farbenpracht und ihren leichten Flug. Jedoch sind 80 Prozent der Tagfalterarten in Deutschland bedroht. Denn sie stellen besondere Ansprüche an Futterpflanzen für die Raupen und nektarspendenden Blüten für die erwachsenen Falter, die durch die heutige intensive Nutzung der Landschaft immer weniger anzutreffen sind.

Der erste Schritt zum Schutz ist die Bestandsaufnahme. Hierzu wird mit Unterstützung des BUND ein bundesweites Monitoring des Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle durchgeführt, an dem Dieter Spengler teilnimmt und regelmäßig Daten über das Vorkommen von Schmetterlingen in Gießen liefert. Auch im Kreis Gießen sei ein anhaltender Schwund zu beobachten, berichtet Spengler. Wurden Ende des 18. Jahrhunderts noch 102 Arten im heimischen Raum gesichtet, sind es heute nur noch 68 Arten, Tendenz weiter abnehmend. Ursache hierfür sei unter anderem die frühe Mahd der Wiesen. 

Mit seinen Aktionstagen möchte der BUND darüber hinaus eine breite Öffentlichkeit für das Thema interessieren und an die Vielfalt und Schönheit der „fliegenden Edelsteine“ heranführen. Bei der Aktion „Abenteuer Faltertag“ kann sich jedermann beteiligen. An drei Terminen im Jahr werden sieben Schmetterlingsarten gesucht. Es sind meist noch relativ häufige bzw. einfach zu bestimmende Arten (Tagpfauenauge, Keiner Fuchs, Aurorafalter, Zitronenfalter, Admiral; Distelfalter, Schwalbenschwanz). Der nächste und letzte Termin ist der 9.-10. September. Mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels und eines Fragebogens können sich Interessierte auf Beobachtungstour begeben. Wer den Fragebogen einsendet, nimmt an einer Verlosung teil. Weitere Informationen zur Aktion „Abenteuer Faltertag“ und zum Schutz von Schmetterlingen bei Sabine Wolters, 0641/9 48 38 98 oder unter www.abenteuer-faltertage.de

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